[...] Informatik ist ein Kunstwort, das vielleicht zwei Wörter als Wurzeln hat: Information und Mathematik.
[...] In den Vereinigten Staaten, wo es diese Wissenschaft (und den entsprechenden Studiengang) schon länger gab, heißt sie „Computer Science“. Die Deutsche Bezeichnung wurde wohl im Gegensatz dazu bewusst gewählt, um deutlich zu machen, dass es in der Informatik um wesentlich mehr geht als bloß um Computer. Gegenstand sind vielmehr mathematische Modelle zur Informationsverarbeitung, die auch von dauerhafterer Natur sind als die Computer selber. Der Unterschied tritt nicht nur bei der Namensgebung auf; auch die Lehrinhalte sind bei uns wesentlich stärker auf die theoretischen Grundlagen hin abgestellt als auf die praktische Erarbeitung bestimmer Computer und ihrer Betriebssysteme und Programmiersprachen. [...]
Carl Friedrich von Weizsäcker hat vorgeschlagen, Informatik (und Mathematik) als Strukturwissenschaften außerhalb dieses so vorgegebenen Rasters [Geisteswissenschaften - Naturwissenschaften - Ingenieurwissenschaften] zu definieren. In der Tat ist die Beschäftigung mit (mehr oder weniger abstrakten) Strukturen ein wesentlicher Merkmal sowohl der Informatik als auch Mathematik.
Die Informatik beschäftigt sich mit:
- Struktur, Wirkungsweise, Fähigkeiten und Konstruktionsprinzipien von Informationsverarbeitungssystemen,
- Strukturen, Eigenschaften und Beschreibungsmöglichkeiten von Informationen und von Informationsverarbeitungsprozessen,
- Möglichkeiten der Strukturierung, Formalisierung und Mahematisierung von Anwendungsgebieten sowie Modellbildung und Simulation.
aus „Vom Problem zum Programm“, erschienen im B. G. Teubner Verlag von Herbert Klären

